Augenschein für iPhone

War der Kratzer
vorher schon da?

Sechs Monate nach der Übergabe zeigt das Foto aus der Kamera-App einen Kratzer. Nicht, wie gross er war, wo genau, ob es diese Wohnung war und ob am Bild seither jemand etwas geändert hat. Die Uhrzeit stammt aus der Geräteuhr, und die kann jeder verstellen. Augenschein hält all das fest und versiegelt es.

App-Symbol von Augenschein auf feinem Raster
Der Abschluss

Eine Zahl, und die Sache steht fest.

Beim Abschliessen fasst Augenschein die Prüfsummen aller Aufnahmen und der Vorgangsdaten in fester Reihenfolge zu einer Gesamtprüfsumme zusammen. Nur diese eine Zahl geht an einen unabhängigen Zeitstempeldienst nach RFC 3161. Das Token, das zurückkommt, liegt unverändert beim Vorgang und ist von jedem Dritten prüfbar.

  • Aufnahmen werden nie neu kodiert — gehasht wird die Datei, wie die Kamera sie schrieb
  • Ohne Netz wird örtlich versiegelt und der Zeitstempel nachgeholt
  • Nach dem Abschluss ist keine Aufnahme mehr entfernbar oder ersetzbar
  • Nachträge nur als sichtbar datierter Zusatz mit eigenem Abschluss
  • «Vorgang prüfen» rechnet alles neu und benennt jede Datei, die abweicht
Was an jeder Aufnahme hängt

Auslösen genügt.

Die Leute stehen auf einer Baustelle, nicht am Schreibtisch. Der Auslöser ist gross und ohne Umwege erreichbar; alles Übrige erfasst die App von selbst.

Zeitpunkt

Aus der Geräteuhr, zusammen mit einem Hinweis, falls die Uhr zwischendurch verstellt wurde.

Standort und Genauigkeitsradius

Der Radius steht immer dabei. In Gebäuden sind zwanzig Meter normal, und eine ehrliche Ungenauigkeit ist mehr wert als eine Koordinate, die Präzision vortäuscht.

Kein Standort

Fällt der Empfang aus, wird das ausdrücklich vermerkt. Die zuletzt bekannte Position wird nie eingesetzt.

Blickrichtung

Aus dem Kompass, damit später klar ist, wohin die Kamera gezeigt hat.

Bereich

Eine kurze Bezeichnung wie «Bad» oder «Küche», die für die folgenden Aufnahmen stehen bleibt.

Gesprochene Notiz

Ein Knopf nach dem Auslösen. Die Umwandlung in Text läuft auf dem Gerät, ohne Netz. Der Text ist danach bearbeitbar, die Tonaufnahme bleibt erhalten.

Prüfsumme

SHA-256 über die Datei, wie die Kamera sie geschrieben hat. Es wird nie neu kodiert.

Checkliste

Bereiche mit Punkten, jeder Punkt mit Befund. Damit nichts vergessen geht und am Ende schwarz auf weiss steht, was begangen wurde.

Das Protokoll

Das ist das Produkt.

Verschickt wird am Ende ein PDF, nicht eine App. Es entsteht vollständig auf dem Gerät und lässt sich über das Teilen-Blatt des Systems weitergeben — allein oder mitsamt den Originalbildern als ZIP.

  • Deckblatt mit Vorgang, Adresse, Art, Beteiligten, Zeitraum und Versiegelung
  • Standortübersicht mit den Aufnahmepunkten, ab Werk ohne Verbindung nach aussen
  • Checkliste mit Befunden, Bereich für Bereich
  • Jede Aufnahme mit Nummer, Zeit, Standort, Radius, Blickrichtung und Notiz
  • Unterschriften beider Parteien, direkt am Gerät, mit Name und Zeitpunkt
  • Anhang mit Prüfsummenliste und Zeitstempel-Token in lesbarer Form
Grenzen

Was das Verfahren nicht leistet.

Das Verfahren belegt, dass sich seit dem Abschluss nichts geändert hat. Es belegt nicht, dass das Foto zeigt, was es zu zeigen vorgibt — jemand könnte einen Bildschirm abfotografieren. Dieser Satz steht so auch in der App und in jedem Protokoll.

Die App prüft die Signatur des Zeitstempel-Tokens nicht selbst. Eine vollständige Prüfung auf dem Gerät wäre ein Vielfaches des Aufwands ohne Nutzen; das Token ist so gebaut, dass ein Dritter es später prüfen kann. Was ein Gericht anerkennt, entscheidet das Gericht.

Datenschutz

Kein Konto, keine Cloud.

Aufnahmen, Tonaufnahmen, Notizen, Standortangaben, Checklisten, Unterschriften und Protokolle bleiben auf dem Gerät. Die Spracherkennung läuft auf dem Gerät, ohne Rückfall auf das Netz. Übertragen wird allein die Gesamtprüfsumme beim Abschluss, und der Kauf läuft über den App Store.

Datenschutzerklärung lesen

Preis

Drei Vorgänge, bevor etwas kostet.

Drei Vorgänge im Jahr lassen sich ohne Abo abschliessen, mit allem, was dazugehört. Danach trägt das Jahresabo zu CHF 89 ein Kontingent von fünfzig Vorgängen.

Aufnehmen ist nie gesperrt, und abgeschlossene Vorgänge bleiben zugänglich: ansehen, prüfen, Protokoll erzeugen, ausführen. Auch ohne Abo und auch nach dessen Ende. Wer Dokumentation als Geisel nimmt, hat im Streitfall genau dann nichts, wenn es darauf ankommt.

Support

Häufige Fragen.

Was heisst «versiegelt» genau?

Beim Abschluss werden die Prüfsummen aller Aufnahmen und der Vorgangsdaten in fester Reihenfolge zu einer einzigen Zahl zusammengefasst. Diese Zahl geht an einen Zeitstempeldienst und kommt als Token zurück, das jeder Dritte später prüfen kann. Ändert sich danach auch nur ein Byte, stimmt die Zahl nicht mehr.

Was verlässt dabei das Gerät?

Nur diese eine Zahl, 32 Byte lang. Keine Bilder, keine Notizen, keine Koordinaten, keine Namen. Aus ihr lässt sich nicht zurückrechnen, worüber sie gebildet wurde. Der Dienst erfährt nicht einmal, dass es um Fotos geht.

Und wenn ich auf der Baustelle kein Netz habe?

Dann wird der Vorgang örtlich versiegelt und der Zeitstempel als ausstehend vermerkt. Sobald wieder Verbindung besteht, holt die App ihn nach. Das Protokoll weist beide Zustände aus.

Kann ich nachträglich etwas ändern?

Nach dem Abschluss lässt sich keine Aufnahme mehr entfernen oder ersetzen. Ein Nachtrag ist möglich, aber nur als sichtbar datierter Zusatz mit eigenem Abschluss.

Wie merke ich, dass etwas nicht stimmt?

Die Funktion «Vorgang prüfen» rechnet sämtliche Prüfsummen neu und nennt jede Datei, die abweicht. Das ist der praktische Nachweis, dass das Verfahren etwas taugt.

Was bekomme ich am Ende in die Hand?

Ein PDF: Deckblatt mit Vorgang, Adresse, Beteiligten und Angaben zur Versiegelung, eine Standortübersicht, die Checkliste mit Befunden, jede Aufnahme mit ihren Angaben, die Unterschriften beider Parteien und im Anhang die Prüfsummenliste. Wahlweise mit den Originalbildern als ZIP.

Brauche ich ein Konto?

Nein. Kein Konto, keine Anmeldung, keine Cloud. Alles liegt auf dem Gerät. Verbindung nach aussen besteht an zwei Stellen: beim Zeitstempel und beim Kauf über den App Store.

Was kostet Augenschein?

Drei Vorgänge im Jahr lassen sich ohne Abo abschliessen, mit allem, was dazugehört. Das Jahresabo kostet CHF 89 und trägt ein Kontingent von fünfzig Vorgängen.

Welche iOS-Version brauche ich?

iOS 17 oder neuer, auf dem iPhone, im Hochformat.

Frage offen geblieben?

Schreiben Sie mir. Antwort in der Regel innert zwei Arbeitstagen. Hilfreich sind Ihre iOS-Version und das Gerät. Schicken Sie bitte keine Aufnahmen aus einem laufenden Fall mit — eine Beschreibung genügt.

matt@matt-b.ch